1.4.1.5    Prozessorsockel

Anfangs waren die Prozessoren fest auf dem Motherboard aufgelötet. Seit dem Intel 486er haben sich ein Reihe von Standard-Sockel entwickelt. So ist die Aufrüstung eines Computers durch einen Prozessortausch einfach durchzuführen.

Mit jeder neuen Prozessorgeneration von Intel wurde ein neuer Sockeltyp eingeführt, der dann auch von anderen Prozessorherstellern unterstützt und genutzt wurde. Nach dem Sockel 7 hat jeder Prozessorhersteller für seine Prozessoren eigene Sockel herausgebracht. Dadurch entwickelten sich auch spezielle Chipsätze für die einzelne Prozessoren.

Der klassische Sockel wurde zwischendurch von einem Slot für eine Prozessor-Steckkarte ersetzt, um L2-Cache und Prozessor voneinander zu trennen, um dann die Herstellungskosten zu senken. Dadurch waren aber keine Steigerung der Taktrate des Front-Side-Bus mehr möglich.

Der Sockel legt einige Eigenschaften des Prozessors fest:

  • Anordnung der Kontakte (Pins)
  • mögliche Taktfrequenzen
  • verwendete Betriebsspannung
Historie der Prozessorsockel

BezeichnungBeschreibung
Sockel 1: Prozessorsockel mit 238 Pins für Intel 486 SX.
Sockel 2: Prozessorsockel ab 486 DX2 mit einer Versorgungsspannung von 5V.
Sockel 3: Prozessorsockel mit 237 Pins ab 486 DX4 mit einer Versorgungsspannung von 3,3V oder 3,45V.
Sockel 4: Prozessorsockel mit 273 Pins ab Pentium 60 und 66 (P5) mit einer Versorgungsspannung von 5V.
Sockel 5: Prozessorsockel mit 320 Pins für Pentium-Prozessoren von 75 bis 133 MHz (P54C) und einer Versorgungsspannung von 3,3V bis 3,5V.
Sockel 6: Angedacht für den 486, wurde aber niemals eingesetzt(235 Pins).
Sockel 7: Nachfolger des Sockel 5 für Pentium-Prozessoren und gängigster Sockel für Prozessoren mit 321 Pins der 5. und 6. Generation von AMD und IBM/Cyrix als Super-Socket-7 mit 100 MHz FSB.
Sockel 8: In diesem Sockel paßt nur der Pentium Pro mit 387 Pins von Intel.
Slot 1: Dieser Prozessor-Anschluss (242) wurde mit dem Pentium II eingeführt. Er wird auch für den Pentium III verwendet. Da der Prozessor mit L1- und L2-Cache auf einer Leiterplatte in einem Modul untergebracht ist, ähnelt dieser Sockel mehr einem Erweiterungssteckplatz. Im Prinzip ist der Slot-1 aber nichts anderes als der Sockel 8. Als Protokoll wird GTL+ verwendet.
Slot 2: Der Slot 2 mit 330 Anschlüssen ist der Highend-Prozessorsockel für Intels Multiprozessoren Pentium II Xeon und Pentium III Xeon.
Sockel 370: Nachdem Pentium III-Prozessoren mit Coppermine-Kern einen integrierten L2-Cache, auf dem Die(Siliziumschicht), haben, ist eine Platine nicht mehr nötig.
Deshalb führte Intel die PGA-Bauform ein, die elektrisch und in der Pin-Belegung aber nicht alle kompatibel zueinander sind.
Alle Pentium-III-Prozessoren mit mehr als 1 GHz Taktfrequenz, egal ob im 0,18- oder 0,13-µm-Technik hergestellt, kommen im neuen FC-PGA2-Gehäuse mit integriertem "Heat Spread" (IHS). Dieses Blech verteilt die im Prozessor-Die freigesetzte Wärme besser und vemeidet so Hotspots (lokale Überhitzungen).
In den Sockel mit 370 Pins passen auch die Prozessoren von VIA (Cyrix III und C3). Die unterschiedlichen Prozessor-Spannungen machen die Prozessoren zueinander nicht kompatibel.
Slot A: Der Slot A ist für den Athlon von AMD
Das Slotdesign des Slot A (242 Pins) ist vom Prinzip ein spiegelverkehrter Slot 1. Als Protokoll wird das EV6-Protokoll eingesetzt. Das ist das selbe Protokoll, das bei den Alpha-Prozessoren verwendet wird. Theoretisch ließe sich so ein Alpha-Prozessor in den Slot A stecken.
Sockel A: Die AMD-Prozessoren Thunderbird und Duron gibt es nur für den Sockel A mit 462 Pins. Der Slot A hat damit bereits wieder ausgedient.
Später wurde der Sockel A auch für den Athlon XP und Sempron verwendet.
Sockel 423: Prozessorsockel mit 423 Pins für den Pentium 4 von 1300 bis 2000 MHz.
Sockel 478: Prozessorsockel mit 478 Pins für den Pentium 4 ab 1400 MHz und Celeron ab 1700 MHz.
Slot M: Um die erforderliche Bandbreite für die IA-64 Prozessorgeneration(Intel Itanium) zu gewährleisten, führte Intel den Slot M (Merced) ein. Über einen Extra-Stecker werden die Masse-Leitungen an das Prozessor-Gehäuse geführt. Die Daten-Leitungen kommen über einen separaten Anschluß.
Eine ähnliche Technik setzt HP bei seinen RISC PA-xxxx-Prozessoren ein.
Sockel 603: Intel Xeon Foster
Sockel 604: Intel Xeon 3,06 GHz
Sockel 754: Dieser Sockel diente als erste Plattform für den Athlon 64, wurde dann aber durch den Sockel 939 ersetzt. Der Sockel 754 dient langfristig als Plattform für den AMD Sempron und für die Notebookprozessoren Mobile Athlon 64, Turion 64 und Mobile Sempron.
Sockel 939: Dieser Sockel hat eine doppelte Speicherbandbreite als der S754. Außerdem verwendet er statt dem klassischen FSB durchweg HyperTransport.
Ab AMD Athlon 64 3500+ (2,2 GHz), 3800+ (2,4 GHz) und FX-53 (2,4 GHz), alle drei haben zwei Speicherkanäle.
Sockel 940: Ursprünglich war der Sockel 940 für den Opteron gedacht. Dann hat AMD diesen Sockel für die Athlon 64 FX-Serie missbraucht. Die nichts anderes als Opterons sind.
Sockel 775: Statt Pins auf der Prozessorunterseite drücken flache Kontakte im Sockel auf kleine Blattfedern und stellen so eine Verbindung her. Ein Klappdeckel mit modifiziertem Arretierverfahren presst die CPU fest in den Sockel. Dieses Verfahren soll für eine bessere Verbindung sorgen und verbogene Pins vorbeugen. Der Sockel hat insgesamt 775 Kontakte. Der Formfaktor, die Bauform, wird LGA-775 genannt.
Pentium 4 ab 520J (2,8 GHz), Celeron D 325J (2,53 GHz) und Pentium 4 3,4 GHz Extreme Edition.
AM2 Seit Mai 2006 gibt es den Athlon 64, Athlon 64 X2 und Sempron mit dem AM2-Sockel und DDR2-Speicherinterface.
Mit dem AM2-Sockel lösst AMD die Zwei-Sockel-Verwirrung auf. Damit kann ein Motherboard mit verschiedenen Prozessoren bestückt werden, ohne auf den Sockel Rücksicht zu nehmen. Das freut nicht nur die Hersteller, sondern auch die Kunden, die sich einen Computer selber zusammenbauen.
Der AM2 ist dem Sockel 939 sehr ähnlich. Auf den ersten Blick unterscheiden sie sich nur in ein paar Pins. Doch beide Sockel wurden für unterschiedliche Speichertypen entwickelt.
S1 Sockel für den Notebook-Prozessore AMD Turion 64 X2.


Prozessor-Sockel-Galerie

Sockel 5 Sockel 5
Sockel 7 Sockel 7
Sockel 8 Sockel 8
Slot 1 Slot 1
Sockel 370 Sockel 370
Sockel 370 Adapter-Karte für Slot 1 Sockel 370 Adapter-Karte für Slot 1
Sockel A / Sockel 462 Sockel A / Sockel 462
Sockel 423 Sockel 423
Sockel 478 Sockel 478
Sockel 603 Sockel 603
Sockel 604 Sockel 604
Sockel 754 Sockel 754
Sockel 940 Sockel 940
Sockel T / LGA775 Sockel 775
Sockel AM2 von AMD Sockel AM2

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