1.4.5.1 Disketten / Iomega ZIP-Drive / REV-Drive
Disketten, auch Floppy-Disk genannt, werden überall dort eingesetzt, wo es nicht auf eine hohe Speicherkapazität und kurze Zugriffszeiten ankommt. In den meisten Fällen werden sie zum Datenaustausch, externe Speicherung und Datensicherung(Backup) verwendet.
Dieses Speichermedium besteht aus einer biegsamen Kunststoffscheibe, die mit einer magnetisierbaren Schicht überzogen ist. die Scheibe befindet sich in einer Hülle, die mit Ausschnitten für den Schreib-/Lesekopf, den Antreib und das Indexloch versehen ist. Das Indexloch (3,5-Zoll-Diskette) wird zur Positionsbestimmung der Diskette benutzt. Ein weiteres Loch ist mit einem Schiebeschalter versehen. Mit diesem Schalter schützt man die Diskette vor Überschreiben oder Löschen.
Im Bild rechts sind drei verschiedene Disketten abgebildet (8-Zoll, 5,25-Zoll, 3,5-Zoll). Es gibt sogar noch größere. Diese werden hier nicht berücksichtigt.
Auf dem Bild links ist ein 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerk zu sehen. Auf dem Bild rechts ist die Front eines 5,25-Zoll-Disketten-Laufwerk zu sehen. Diese Laufwerke sind mit einem Hebel versehen, der die Diskette im Laufwerk festhält und das versehentliche Entfernen verhindert. Mit Hilfe eines Diskettenlaufwerks werden die Informationen auf die Diskette geschrieben bzw. von ihr gelesen. Dazu besitzt das Diskettenlaufwerk einen Magnetkopf, der sich in radialer Richtung über die sich drehende Scheibe bewegen kann. Dabei gleitet der Magnetkopf auf der Magnetschicht. Das führt zur Abnutzung der Magnetscheibe. Häufige Nutzung beschleunigt deren Alterungsprozeß. Ausserdem erlaubt diese Technik nur geringe Speicherkapazitäten, geringe Drehzahlen mit entsprechend langen Zugriffszeigen.
Disketten haben je nach Ausführung eine unterschiedliche Speicherkapazität. Damit diese genutzt werden kann, muss das BIOS und das Diskettenlaufwerk dieses Disketten-Format kennen.
Neue Disketten müssen in der Regel formatiert werden. Dabei wird die Diskette in Spuren und Sektoren eingeteilt, wobei gespeicherte Daten gelöscht werden. Beim Formatieren wird auch die Speicherkapazität festgelegt.
Obwohl die Diskette nicht mehr das gebräuchlichste Datenspeichermedium ist, hat sich eine Abart, der Floppy-Adapter für Speicherkarten entwickelt. Die wesentlich kleinere und dünnere Speicherkarte wird in die 3,5-Zoll großen (Disketten-)Adapter gesteckt. Der Adapter widerum wird in das Disketten-Laufwerk gesteckt und kann ausgelesen und beschrieben werden. Dazu ist keinerlei Treiber oder sonstige Hardware erforderlich. Inzwischen haben sich USB-Speicherkarten-Adapter durchgesetzt.
Das Diskettenlaufwerk ist in einem Einbauschacht eines Computergehäuses eingebaut. Von der Rückseite des Laufwerks ist ein Flachbandkabel zum Motherboard geführt. Auf dem Motherboard befindet sich eine Steckerleiste in der das Flachbandkabel eingesteckt ist. Diese Steckerleiste ist leicht mit den Anschlüssen für IDE-Laufwerke zu verwechseln. Sie sind aber weder von der Hardware- noch von der Softwareseite zueinander kompatibel.
Spätestens seit Computer von CD-ROM gebootet werden können ist die Diskette das überflüssigste Speichermedium überhaupt. Eine reguläre Speicherkapazität von 1,44 MByte ist einfach zu wenig, um sie für Backup und Datenaustausch einzusetzten. Geringe Datenmengen werden einfach per E-Mail über das Internet verschicht. Größere Datenmengen ebenso. Bei allen anderen Anwendungsfällen greift man lieber auf CD-R, CD-RW, ZIP oder Bandlaufwerke zurück.
Schreib- und Lese-Vorgang
Wird eine 3,5-Zoll-Diskette in den Laufwerksschacht geschoben, wird der metallische Verschluß zur Seite geschoben. Dadurch wird der magnetische Datenträger freigelegt. Mechanisch gesteuerte Hebel bewegen zwei Schreib-Lese-Köpfe soweit, daß sie fast die Oberfläche berühren. Die Schreib-Lese-Köpfe bestehen aus winzigen Elektromagneten. Mit elektromagnetischen Impulsen können diese die Polarität der Metallpartikel auf dem magnetischen Datenträger verändern.
Wenn Daten gelesen werden, dann reagieren die Schreib-Lese-Köpfe auf die magnetischen Felder, die von den Metallpartikeln auf dem Datenträger erzeugt werden.
Speicherkapazität
| Speicherkapazität | Seiten | Sektoren | Spuren |
| 160 kByte | 1 | 8 | 40 |
| 180 kByte | 1 | 9 | 40 |
| 320 kByte | 2 | 8 | 40 |
| 360 kByte | 2 | 9 | 40 |
| 1,2 MByte | 2 | 15 | 80 |
| 740 kByte | 2 | 9 | 80 |
| 1,44 MByte | 2 | 18 | 80 |
Diskettenarten
| 8"-Diskette |
Dies war die erste Diskette überhaupt. Ihre Magnetscheibe war in eine elastische Plastik-Hülle eingeschweißt. Sie wird nicht mehr verwendet. |
| 5 1/4"-Diskette |
Dies war das nachfolgende Modell in einem kleineren Format. Es verfügte über eine höhere Speicherkapazität. Sie wird nur noch sehr selten verwendet. |
| 3 1/2"-Diskette |
Im Gegensatz zu den ersten beiden Modellen, ist diese Diskette mit einem stabilen Plastikgehäuse und einem verschiebbaren Verschluß für den Schreib- und Lesezugriff ausgestattet. Sie ist deshalb robuster und unempfindlicher. |
Iomega ZIP-Drive
Das ZIP-Drive (Wechselmedienlaufwerk) wurde von der Firma Iomega entwickelt. Das Medium, die ZIP-Diskette kurz ZIP genannte, hat ähnliche Abmessungen wie eine normale 3,5-Zoll-Diskette, allerdings eine deutlich höhere Speicherkapazität. Im Gegensatz zur normalen 3,5-Zoll-Diskette mit nur 1,4 MByte Speicherkapazität kann die ZIP 100 MByte aufnehmen. Die beiden Nachfolger sogar 250 und 750 MByte. Die Zugriffsgeschwindigkeit ist mit der einer langsamen Festplatte zu vergleichen. Sieht man sich die Funktionsweise des ZIP-Drives genauer an, dann sieht man Ähnlichkeiten zur Funktionsweise von Disketten-Laufwerken oder Festplatten. Die äußere Abmessung, die Beschaffenheit des Materials und der Aufbau von Speichermedium und Laufwerk kommen der normalen Diskette und dessen Laufwerk sehr nahe. Dafür ist der Schreib-Lese-Kopf des ZIP-Drives 1/10 kleiner. Auch sind die Spuren auf der Speicherscheibe kleiner. Auf die ZIP-Speicherscheibe passen pro 2,54 cm (1 Zoll) 2118 Spuren. Auf der Diskette nur 135.
Die Speicherorganisation und Speicherung von Daten auf das ZIP ist identisch mit einer Festplatte. Statt in Sektoren ist das ZIP-Medium in Zonen unterteilt. Die ZIP-Diskette hat somit eine größere Aufnahmefähigkeit. Wie ein Disketten-Laufwerk oder eine Festplatte kann das ZIP-Drive über einen Laufwerksbuchstaben angesprochen werden.
Das ZIP-Drive gibt es in verschiedenen Ausführungen. Die externe Variante gibt es für die parallele Schnittstelle, für USB 2.0 und die externe SCSI-Schnittstelle. Als internes Laufwerk in 3,5-Zoll-Größe gibt für die IDE- und die SCSI-Schnittstelle.
Interessant war die Nutzung an der parallelen Schnittstelle. Damit konnten ältere Computer günstig, sehr flexibel und mit einer ausreichend schnellen Wechselfestplatte aufgerüstet werden. Sehr lange Zeit war das ZIP-Drive auch als Backup-Laufwerk und zum Datenaustausch beliebt. Obwohl Iomega auch Laufwerke für 750 MByte-Medien herausbrachte, wurde das ZIP-Drive von den CD-Brennern schnell abgelöst. Diese erreichten in billigen Komplettrechnern eine schnellere Verbreitung.
Zusatzinformationen:
REV-Laufwerke
Externe Speichermedien
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